Die Indian Express | Fluorose lässt die Dorfbewohner von Amreli erlahmen | von Janyala SreenivasAufrechtzuerhalten Mai 11, 2001
Veröffentlicht am Mai 11, 2001 IndienHatathigad (Amreli), 10. Mai: Sandhiben kann sich nicht ohne Anstrengung im Bett aufsetzen. Sie zieht sich mit einem an der Decke befestigten Seil hoch und schafft es schließlich mit ein wenig Hilfe ihres Enkels, aus dem Bett zu kommen. Nicht viele werden glauben, dass sie erst 45 ist. Fluorose hat sie um Jahre gealtert.
Ärzte sagen, der Konsum von Wasser mit gefährlich hohen Konzentrationen an gelösten Fluorids hat zu einer Verkalkung der Bänder geführt, die ihre Gelenke zusammenhalten. Infolgedessen sind Sandhibens Gelenke in Ellbogen, Knien, Knöcheln, Handgelenken, Fingerknöcheln und der Wirbelsäule verhärtet, verbogen und steif geworden.
Im ausgetrockneten Liliya im Distrikt Amreli wird Wasser aus so großen Tiefen gefördert, dass es stark mit Fluorid verunreinigt ist. Wasser mit nur einem Teil pro Million (ppm) Fluorid gilt als für den menschlichen Verzehr ungeeignet. Einer niederländischen Untersuchung zufolge beträgt der Fluoridgehalt hier 5 ppm.
Die durch Fluorose verursachte Karies trifft die Menschen früh, und die Zähne sind das erste Opfer. In jedem Haushalt hier steht ein Kind, das man in einer Schlange vor dem Liliya Community Health Centre sehen kann.
Das Warten gehört dem Zahnchirurgen LS Tomar. „Im Laufe der Jahre sind Fälle von Gelenkversteifungen, Knochenüberbildungen, Wirbelsäulenverkrümmungen und Spondylitis bei Dorfbewohnern aller Altersklassen weit verbreitet. Babys werden mit Knochenüberbildungen geboren und die Zähne von Kindern beginnen früh zu verfallen“, sagt Tomar.
Etwa 7,000 Menschen in der Region sollen an Fluorose leiden. Die Gemeinde Liliya gibt zu, dass sie fluoridhaltiges Wasser liefert, gibt aber akutem Mangel die Schuld. Die Menschen sind nicht bereit, das Frischwasser zu trinken, das durch die Narmada Mahi-Pariaj-Pipeline geliefert wird. Der ehemalige Sarpanch Valabhai sagt: „Das Narmada-Wasser wird nicht gefiltert und direkt in die Verteilungsleitung geleitet.“
Tomar spricht sich für das Narmada-Wasser aus: „Dieses Wasser ist definitiv besser. Wenn sie sich retten wollen, sollten sie es besser trinken.“
